Emergingparticles
03.06.2011 20.00 Uhr - 10.06.2011

AUSSTELLUNG "EMERGING PARTICLES"

Die Ausstellung ist ein Beitrag in Vorbereitung auf "Utopia Attraktor". PLUS Finissage „rustin ruins of utopia“ mit Visualisierungen von Sune Peterson (DK) & Audio-Performance von „Isle of Sound“.

Künstler: 3ACHS (Laurenz Andritz)
Webseite 3ACHS

APERIODISCHE MUSTER

Thema der Ausstellung sind graphische Muster, denen die Eigenschaften Skaleninvarianz bzw. Selbstähnlichkeit “angezüchtet” worden:

Für Strukturen, die auf Ersetzungsmodellen beruhen, wird eine Nomenklatur eingeführt, die analog zur DNA die Herstellungsanweisung der Struktur codiert. Es zeigt sich, daß manche Kombinationen bei Vervielfältigung Tendenzen zu Selbstähnlichkeit aufweisen; mittels Variation und Kreuzung verschiedener Codes werden Muster mit diesen selbstähnlichen Eigenschaften herangezüchtet. Diese Eigenschaften werden empirisch gefunden und lassen sich nicht direkt aus den zugrunde liegenden Formen vorhersagen, womit die gezeigten Strukturen auf das Phänomen “Emergenz” verweisen.

APERIODIZITÄT – MASSSTABSLOSIGKEITNOMENKLATURDNA

Zum Zeichnen nicht-periodischer Muster wurde ich erstmals auf einer Reise nach Damaskus 2005 beim Studium von Ornamenten inspiriert. Es handelte sich um ein Experiment mit einem regelmäßigen, “klassisch islamischen” Muster, in dem sich eine Störung durch Iteration (wiederholte Anwendung auf sich selbst) vervielfältigte, wonach das ursprüngliche Motiv völlig entzeichnet zurückblieb. Die Suche nach einer Systematik unregelmäßiger Strukturen führte erst über Zufallskombinationen und Anordnungen mittels Zufallsparameter schließlich zu mathematischen Modellen (sogenannte Lindenmayer-Systeme, mit Fraktalen verwandte mathematische Ersetzungssysteme). Jedes Motiv besteht aus Vervielfältigung mindestens einer Grundform nach einer konstanten Vorgabe. Um in der Vielfalt an Manipulationsmethoden den Durchblick zu behalten und um Ergebnisse zu vergleichen ist es zweckmäßig, eine formen- und methodenübergreifende Nomenklatur zu schaffen. Von der Funktionsweise her läßt sich dieser Code als eine Art primitiver DNA verstehen, welche die Wachstumsanweisungen der Struktur codiert. Die Nomenklatur selbst entwickelt sich ebenfalls weiter; mit zunehmender Zahl an Parametern verfeinern sich die Möglichkeiten gezielter Manipulation. Bei Vervielfältigung beginnen manche Motive, eine Art Eigenleben zu entwickeln (das können Formen oder Muster oder Eigenschaften sein). Durch Mutation der DNA oder durch gezielte Züchtung lassen sich die gewünschten Eigenschaften herausarbeiten oder sich an ein Ergebnis herantasten. Für das Thema Utopie-Emergenz ist dies die Eigenschaft der Selbstähnlichkeit, also die Entwicklung von Strukturen, deren Erscheinung über mehrere Maßstäbe hinweg die gleichen Grundzüge aufweist und so auf die bereits erwähnte Organisationskette und die Möglichkeit ihrer Weiterführung verweisen.

Text: Laurenz Andritz
Bildmaterial: © 2010–2011 3ACHS


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Bildmaterial

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