Überregulierung unterdrückt Kreativität. Sie zerstört Innovation. Sie räumt Dinosauriern ein Vetorecht über die Zukunft ein. Sie vergeudet die außerordentliche Chance für demokratische Kreativität, die durch digitale Technologien ermöglicht wird. (Lawrence Lessig, Gründer von CC)

https://www.opensourcepress.de/freie_kultur/index.php

http://www.bloomsburyacademic.com/pdf%20files/Remix.pdf

Wir präsentieren 2009, unter internationaler Beteiligung, die Ausstellung „Open (He)art-fair“, eine - open (free) software und hardware - Ausstellung. Eingeladen haben wir Künstler und Künstlerinnen, deren Arbeiten mit Hilfe frei zugänglicher Quellen entstanden sind. Die ausgestellten Arbeiten stehen in keinem inhaltlichen Bezug zueinander, was sie verbindet ist lediglich ihre Produktionsweise. Denn; die Produzenten greifen auf frei verfügbares Wissen, Open Content, zu.

Doch was heißt das?
Dieser Frage und der Frage; was "free cultural works" sind, werden wir uns vielfältig auf medial künstlerischer Ebene in Ausstellungen, Performances, Konzerten, Podien und Diskussionen nähern. Wir wollen aber auch diese Euphorie kritisch hinterfragen, wie auch unsere möglichen Nutzungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten vor Ort demonstrieren.

Mit dem Projekt „Open (He)art-fair“ soll die Diskussion um das Thema der „Kapitalisierung von Kreativität“ bereichert werden. Unsere Form von Kulturkritik zu dieser Problematik ist eine positive. Indem wir den Wert von Projekten herausstellen, deren Ziel es ist Alternativen zu dem kapitalistischen System von Eigentum, Macht und Legitimation zu etablieren, setzen wir uns dafür ein, die immanente Rolle der digitalen Kunst und Kultur als wesentliches Element unserer gegenwärtigen, globalisierten Gesellschaft hervorzuheben.

»Wenn die Natur es so eingerichtet hat, dass ein Ding sich weniger für ausschließliches Eigentum eignet als alle anderen Dinge, so ist es die Handlung des Denkvermögens, die wir Idee nennen. Ein Einzelner mag sie allein besitzen, solange er sie für sich behält, doch sobald sie preisgegeben wird, drängt sie sich in den Besitz eines jeden und der Empfänger kann sich ihrer nicht wieder entledigen. Zu ihrem eigentümlichen Charakter gehört es ferner, dass niemand weniger besitzt, weil alle anderen die Idee ebenfalls besitzen. Wer eine Idee von mir bekommt, erhält Unterweisungen ohne die meinigen zu mindern; so wie derjenige, der seine Fackel an meiner entzündet, Licht erhält, ohne mich zu verdunkeln. Dass Ideen sich für die geistig-sittliche und gegenseitige Unterweisung der Menschen und die Verbesserung ihrer Lage frei vom einen zum andern über den ganzen Erdball verbreiten sollten, scheint die Natur auf eigentümliche und gütige Weise eingerichtet zu haben, als sie sie wie das Feuer machte, ausdehnbar über den ganzen Raum, ohne dass sie an irgend einem Punkt an Dichte verlören, und wie die Luft, die wir atmen, in der uns bewegen und unser physisches Dasein fristen, ungeeignet sie einzusperren oder in unseren alleinigen Besitz zu nehmen. Erfindungen können daher ihrer Natur nach nicht dem Eigentum unterstellt werden.« Thomas Jefferson, Brief an Isaac Mcpherson, 13. August 1813 in: writings of Thomas Jefferson, 1790–1828, Vd. 6, hrsg. von H. A. Washington (1854), S. 180-81, nach Lessig 1998, S. 132, der davon ausgehend davor warnt, die Unmöglichkeit der Einschließung von Wissen in der digitalen Netzumgebung als Natur gegebene unveränderliche Tatsache aufzufassen.

http://freie-software.bpb.de/